Wortgottesdienst
Inhalt druckenEröffnung Wortgottesdienst Eucharistiefeier Entlassung
- Erste Lesung
- Antwortpsalm (Erster Zwischengesang)
- Zweite Lesung
- Ruf vor dem Evangelium (Zweiter Zwischengesang)
- Evangelium
- Homilie (Predigt)
- Credo (Glaubensbekenntnis)
- Fürbitten (Allgemeines Gebet)
Der erste Hauptteil der Feier hat seinen eigenen Ort: den Ambo als „Tisch des Wortes“. Die Texte, die wir nun hören, stehen in deutlicher Distanz zu den vielen Worten, die tagtäglich auf uns einreden. Sie gehören zu den ältesten Texten der Menschheit und setzen eine Umwelt voraus, die wir uns kaum noch vorstellen können. Dennoch handelt es sich nicht um Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, die eigentlich unwichtig sind. Vielmehr ist jede Lesung immer auch Verkündigung, die unter dem Anspruch steht, daß wir in ihr Gott selbst begegnen, weil sie Zeugnis von der grundlegenden Offenbarung Gottes in der Geschichte gibt. Deshalb bedarf unser Glaube wie jedes theologische Denken der Rückbindung an die Heilige Schrift.
Erste Lesung
Werden in der Eucharistiefeier an Sonntagen und Hochfesten zwei Lesungen gelesen, so ist die erste in der Regel dem Alten Testament entnommen. „Alt“ meint dabei nicht überholt. Vielmehr handelt es sich um die Heilige Schrift des Judentums, die auch für das Christentum die grundlegende Offenbarung Gottes bleibt. Jesus selbst hat sie gehört, hat sie ausgelegt und mit ihr argumentiert.
Antwortpsalm (Erster Zwischengesang)
Ursprünglich hatte die Kantillation (= gesungener Vortrag) des Psalms in der Eucharistiefeier die Funktion einer weiteren Schriftlesung, galt doch der Psalter als Zusammenfassung der gesamten Heiligen Schrift. Heute ermöglicht der Antwortpsalm, der immer auf die vorhergehende Lesung bezogen ist, ein Weiterklingen und Meditieren des gehörten Wortes Gottes. Auch wenn der Psalm von einer Einzelperson vorgetragen wird, macht die Gemeinde ihn sich durch den Kehrvers zu eigen.
Zweite Lesung
Die zweite Lesung ist immer dem Neuen Testament entnommen – in der Regel der Briefliteratur. Anders als die erste Lesung, die thematisch mit dem Evangelium in Verbindung steht, ist die zweite nach dem Prinzip der Bahnlesung ausgewählt – ebenso wie die eine Lesung an den Werktagen. Fortlaufend werden Abschnitte aus einem Brief gelesen, um ihn so mit der Zeit in seiner Gesamtheit hören zu können.
Ruf vor dem Evangelium (Zweiter Zwischengesang)
Der Ruf vor dem Evangelium ist ganz auf das kommende Geschehen hin orientiert. Weil Christus selbst im Evangelium zu uns spricht, begrüßen wir ihn mit dem mehrfachen Halleluja (wörtlich: „Lobet Jahwe“), das durch kurze Verse aus dem Neuen Testament angereichert wird. In einer Prozession kann nun das Evangeliar feierlich zum Ambo getragen werden.
Evangelium
Die Verkündigung des Evangeliums ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes, in dem Christus uns begegnen will. In Gesten und Zeichen wird dies erlebbar: indem alle sich erheben, nur ein Ordinierter das Evangelium vorträgt (evtl. kantilliert) und von Ministranten Kerzen getragen werden. Das Evangeliar wird beweihräuchert, bekreuzigt und geküßt. Die ganze Gemeinde bekreuzigt sich auf Stirn, Mund und Brust, um ganz offen für die „frohe Botschaft“ dessen zu sein, der mit Ehre sei dir, o Herr begrüßt wird. Mit dem Antwortruf Lob sei dir, Christus am Schluß bekennt die Gemeinde, daß Christus selbst zu ihr gesprochen hat.
Homilie (Predigt)
Die in der Eucharistiefeier mit dem griechischen Wort Homilie bezeichnete Predigt ist integraler Bestandteil der Feier und dient der Vertiefung des Glaubens. In ihr soll den versammelten Gläubigen die jeweilige Lebenssituation aus der verkündeten Schrift heraus gedeutet werden, um so Impulse für das Leben der Getauften zu geben.
Credo (Glaubensbekenntnis)
Das eigentlich aus der Taufliturgie stammende Glaubensbekenntnis ist erst im zweiten Jahrtausend in die Eucharistiefeier gelangt. Antwortend auf die gesamte Verkündigung bekennt jeder einzelne (Credo = Ich glaube) den Glauben der Kirche, auf den wir getauft sind und der durch die Verkündigung gestärkt wurde. Dieses Bekenntnis, das trinitarisch gegliedert ist, benennt die entscheidenden Glaubensinhalte, um die auf mehreren Konzilien vehement gerungen wurde.
Fürbitten (Allgemeines Gebet)
In den auch als Allgemeines Gebet bezeichneten Fürbitten üben die Gläubigen ihr in der Taufe grundgelegtes „allgemeines Priestertum“ aus. Gerade aufgrund ihrer Erfahrungen in der Welt wissen die Gläubigen um die noch ausstehende Vollendung des Reiches Gottes in all seinen Dimensionen. Sie bringen deshalb die Sorgen, Nöte und Anliegen der Welt vor Gott, vermittelt durch den für die Welt beim Vater bittenden Herrn Jesus Christus.
