Aktuelles


Auf dieser Seite finden Sie neben aktuellen Terminen und Informationen auch Hinweise auf beachtenswerte Publikationen. Weitere Seiten mit Bezug zum laufenden Monat: der Inhalt der aktuellen Ausgabe und ein liturgischer Kalender für das deutsche Sprachgebiet mit einer ganzjährigen Namenstagsübersicht.
 

Gebetsanliegen des Papstes
 



Gebetsanliegen für November 2020

Beten wir, dass die Entwicklung von Robotern und künstlicher Intelligenz stets dem Wohl der Menschheit dient.

Weitere Informationen zum monatlichen Gebetsanliegen sowie geistliche Kurzimpulse für jeden Tag finden Sie auf den Internetseiten des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.

Monatlich wird vom Vatikan ein zentrales Gebetsanliegen veröffentlicht, das der Heilige Vater allen Glaubenden ans Herz legt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Papst im aktuellen Gebet zu verbinden, bietet ferner die Dokumentation von Audienzen und Angelusgebeten auf den Seiten der vatikanischen Informationsdienste – dort lässt sich nachverfolgen, in welchen aktuellen Anliegen Papst Franziskus gebetet hat.

 

Ökumenischer Fürbittkalender
 

Diese Woche beten wir für



In Gottes Händen
Glaubende weltweit beten füreinander

„Das Gebet ist das Herzstück der ökumenischen Bewegung“, heißt es auf den Internetseiten des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Ökumenischen Fürbittkalender. „Jesus hat darum gebetet, dass wir eins sein mögen, geeint in Gott im Geheimnis der Dreieinigkeit. Dies ist die Grundlage und das Ziel unseres Strebens nach Einheit.“

Weil der Anfang dieser Einheit im Gebet liegt, ja, weil das Gebet füreinander diese Einheit im Anfang schon ist, lädt der Ökumenische Fürbittkalender ein, im Jahreslauf aller Gegenden der Erde zu gedenken. Sich im Gebet mit Glaubenden in aller Welt zu verbinden, das heißt, einander Gottes Hand anzuvertrauen. Es heißt auch, Bewusstsein füreinander zu entwickeln. Sehen zu lernen, in welcher Lage sich andere Menschen befinden und was sie uns zu sagen und mitzugeben haben.

Wenn Sie im Fenster „Diese Woche beten wir für…“ auf die Ländernamen klicken (am besten mit Rechtsklick einen neuen Tab öffnen), werden Sie zur Webpräsenz des Weltkirchenrats – www.oikoumene.org – weitergeleitet. Auf der entsprechenden Seite finden Sie Anregungen für Ihr fürbittendes Gebet, die auf die betreffende Erdregion zugeschnitten sind.

Den Anregungen zugrunde liegt der ökumenische Fürbittkalender In Gottes Hand. Gemeinsam beten für die Welt. Gebete aus der weltweiten Ökumene / in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Aus dem Englischen übersetzt von Friederike Gralle, Frankfurt/Main: Lembeck, Paderborn: Bonifatius 2008.

 

Termine
 



ÜberLeben auf dem Land
Adveniat startet Weihnachtsaktion

Die kirchlichen Hilfswerke bitten in den Adventstagen mit verschiedenen Spendenaktionen um Hilfe für Menschen in Not. Dies ist angesichts der Entwicklungen der Corona-Pandemie für viele Teile der Erde überlebensnotwendig geworden. Die Corona-Krise hat aber auch Auswirkungen auf die Spendenaufkommen. Viele Hilfsprojekte der Kirchen werden fast ausschließlich von den Kollekten finanziert, die bei den sonntäglichen Gottesdiensten gesammelt und an unterschiedliche Projekte in aller Welt verteilt werden. Einige Hilfswerke meldeten massive Einbrüche bei den Einnahmen, da in den Zeiten, als die Kirchen geschlossen und Gottesdienste nicht möglich waren, auch zahlreiche Kollekten schlicht weggefallen sind.

Adveniat: Hilfe für Lateinamerika

Das bischöfliche Hilfswerk Adveniat, das vor allem Projekte in Lateinamerika unterstützt, entstand aus Dankbarkeit. Im „Hungerwinter“ 1946/1947 erkrankten unzählige Menschen in Deutschland, die Lebensmittel im harten Winter waren knapp, Hunderttausende verhungerten. In Lateinamerika sammelten daher die lutherische und die katholische Kirche für die Armen in Deutschland und konnten vielen Menschen helfen, die furchtbare Zeit zu überleben. Diese Hilfe wurde nicht vergessen. Nach dem Aufblühen im Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre konnten viele auch einen Teil ihres Lohnes spenden und wollten insbesondere die Menschen in Lateinamerika, die ihnen geholfen hatten, unterstützen. Zunächst wurde auf Anregung der Bischöfe an Weihnachten 1961 eine Sonderkollekte für Lateinamerika erhoben. Da der Erfolg sehr groß war, wurde 1969 schließlich das Hilfswerk „Adveniat“ gegründet. Seitdem macht es mit einer Weihnachtsaktion auf bestimmte Projekte in Lateinamerika aufmerksam.

„ÜberLeben auf dem Land“

Trotz Landflucht lebt nach wie vor jeder Fünfte in Lateinamerika und der Karibik auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Wer auf dem Land geboren ist, ist dreimal häufiger von Armut betroffen als eine Person, die in der Stadt geboren wird. Die Gesundheitsstationen zum Beispiel sind oft miserabel ausgestattet, denn es gibt dort kaum Diagnosemöglichkeiten, Medikamente und Schutzkleidung. Und dann kam im Mai 2020 auch noch Corona. Das Virus trifft mit der Landbevölkerung auf eine besonders verletzliche Gruppe von Menschen, deren Immunabwehr aufgrund ihrer Armut, dem chronischen Leiden an Infektionskrankheiten sowie ihrer schlechten Ernährungssituation bei einer Infektion schnell überfordert ist. Deshalb rückt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion unter dem Motto „ÜberLeben auf dem Land“ die Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung in den Blick. Schwerpunktländer sind Argentinien, Brasilien und Honduras. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion findet am 1. Advent, dem 29. November 2020, im Bistum Würzburg statt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt (Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 oder unter www.adveniat.de/spenden).

Spenden werden dringend gebraucht

Zahlreiche Projekte der Hilfswerke rechnen fest mit den Einkünften aus den Spendenaktionen im Advent und an Weihnachten. So finanziert beispielsweise auch das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ ebenfalls eine große Zahl von Projekten mit den Kollekten der jeweils an den Advents- und Weihnachtssonntagen stattfindenden Gottesdienste. Wenn Gottesdienste weiterhin nur eingeschränkt möglich sein können, fehlen durch die geringer ausfallenden oder gar völlig entfallenden Kollekten den Hilfswerken in diesem Jahr hohe Millionenbeträge. Daher ist es für die Menschen in Not umso wichtiger, sie mit Spenden zu unterstützen. Die Spenden können auch online auf den Websites der Hilfswerke überwiesen oder die Kontonummern der jeweiligen Hilfswerke in den Pfarrbüros erfragt werden.

Marc Witzenbacher

 

 

Informationen

 



Altarweihe in der Frankfurter Frauenfriedenskirche

Sie ist mehr als ein bedeutendes Baudenkmal der 1920er-Jahre: die Frauenfriedenskirche im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Auf Initiative von Hedwig Dransfeld, der Politikerin und Frauenrechtlerin und damaligen Vorsitzenden des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), wurde ab 1916 für eine Kirche gesammelt, die nach Worten Dransfelds „ein ‚Votivmal der Friedensgesinnung‘ sein [sollte]: gleichsam ein steingewordenes Friedensgebet, das einen starken, dauernden Frieden für unser deutsches Vaterland erfleht und das feierliche Gelöbnis der deutschen Katholikinnen darstellt, am geistigen Friedensbau in Europa für sich selbst und ihre Kinder mitzuwirken.“ Am 5. Mai 1929 von Bischof Joseph Damian Schmitt eingeweiht, ist sie in den vergangenen drei Jahren von Grund auf saniert worden.
Am Christkönigsfest, dem 22. November 2020, hat der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing mit der Weihe des neuen Zelebrationsaltars von Tobias Kammerer die Frauenfriedenskirche wieder an ihre Gemeinde übergeben.

 

Portrait Bischof Dr. Georg Bätzing

Weihnachtsbotschaft von Bischof Dr. Georg Bätzing, Limburg

Weihnachten fordert eine Konsequenz. Dieses Fest will die Welt verändern, die in so vielen Facetten von Not und Unrecht nach Lösungen, nach Erlösung schreit. Und wie sollte das anders gehen, als dass wir bei uns selbst anfangen, schreibt Bischof Bätzing aus Limburg in seiner Weihnachtshomilie.

Doch – ist das unser Weihnachten?, fragt er weiter, mehr Mahnung als Ermutigung? Mehr Ansage als Frohe Botschaft? Lesen Sie seine Antwort in unserer Dezember-Ausgabe.

 

Frankfurt-Bornheim, Heilig Kreuz, von WestenHeilig-Kreuz-Kirche Frankfurt am Main-Bornheim von Westen · Foto: JBU

Abendlob in Frankfurt und Rüsselsheim
Ökumenisches Stundengebet in Rhein/Main zieht Kreise

Schon im zweiten Jahr gibt es in der Bornheimer Heilig-Kreuz-Kirche beim Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität ein monatliches Abendlob. Seit September 2020 findet es wieder regelmäßig am letzten Sonntag des Monats um 18 Uhr statt, nun unter den Bedingungen der jeweils aktuellen Corona-Schutzregeln. Gerade in Heilig Kreuz sollen die monatlichen Gebetszeiten helfen, unterschiedliche pandemieverträgliche Konzepte fürs Beten in Gemeinschaft zu erproben.

Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität · Kettelerallee 45 · 60385 Frankfurt
Tram 14 Ernst-May-Platz (Endhaltestelle) · U7 Eissporthalle/Festplatz

meditationszentrum.bistumlimburg.de

Frankfurt, St. Leonhard von SüdenSt. Leonhard, Frankfurt am Main von Süden · Foto: JBU

Dass die Dynamik gemeinsamen Betens auch trotz Corona ihre Kraft weiter entfaltet, zeigt sich an zwei weiteren Orten in Frankfurt und der Region. Seit dem Herz-Jesu-Fest Mitte Juni hat sich an St. Leonhard, Frankfurts ältester Altstadtkirche, ein Abendlob etabliert, das an jedem dritten Freitag im Monat um 18 Uhr stattfindet. Es lehnt sich deutlich an die klassische Form des Stundengebets an und legt seit Beginn besonderen Wert auf das Wort. Anfangs wurden auch Hymnen und Psalmen bewusst abwechselnd gesprochen; inzwischen werden einzelne Elemente wie Kehrverse oder Refrains auch wieder leise gesungen. Wichtig sind besonders die Pausen zwischen den einzelnen Teilen, die das Gehörte einsinken lassen.

St. Leonhard · Am Leonhardstor 25 · 60311 Frankfurt am Main
U4 U5 Dom/Römer · Tram Römer/Paulskirche

www.dom-frankfurt.de/dompfarrei/kirchorte/st-leonhard

Rüsselsheim, St. JosefPfarrkirche St. Josef, Rüsselsheim · Foto: JBU

Seit Anfang Juli hat auch in Rüsselsheim eine Initiative begonnen, einmal monatlich Abendlob zu feiern. Hier wurde der Weg gefunden, Psalmen und Gebete abwechselnd zu sprechen, während Lieder solistisch vorgetragen und zumeist instrumental begleitet werden. Um dem erhöhten Platzbedarf während der Pandemie Rechnung zu tragen, findet das Abendlob in der Pfarrkirche St. Josef statt; sobald die Umstände es erlauben, soll es in der Kapelle der Kirche Auferstehung Christi seinen dauerhaften Ort finden. Uhrzeit ist jeweils 18.30 Uhr; die Termine werden auf den Internetseiten der Gemeinde veröffentlicht.

St. Josef · Paul-Hessemer-Str. 2 · 65428 Rüsselsheim

bistummainz.de/pfarrei/ruesselsheim-st-josef/index.html



Die Kirchorte finden Sie auch auf der interaktiven Karte des Netzwerks Ökumenisches Stundengebet e.V. Wenn Sie auf eine Ortsmarke klicken, werden Informationen zu Adresse, Uhrzeit und Ansprechpersonen eingeblendet.


 


Medienempfehlungen

 

Buchtitel Klaus W. Hälbig, Die Rückkehr des Bräutigams

Erneuerte Hoffnung: Impulse zum Kirchenjahr

In einer immer hoffnungsärmeren Zeit braucht es mehr Halt gebende Botschaften der christlichen Hoffnung. Davon ist Klaus W. Hälbig, bis 2016 Studienleiter des Referats „Religion und Öffentlichkeit“ an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, überzeugt. Sein Buch „Die Rückkehr des Bräutigams. Christi Wiederkunft zur Hochzeit als Vollendung der Welt“ spannt dabei den heilsgeschichtlichen Bogen und ordnet ihn den Festen des Kirchenjahres zu. Vom ersten Advent des Kommens Jesu Christi in diese Welt bis zum zweiten Advent, der Wiederkunft Christi und der Vollendung der Welt, entsteht so eine theologisch fundierte Geschichte der Hoffnung, die gerade in Krisenzeiten Halt und Orientierung geben kann.

Kein Paradies auf Erden

Gerade die Coronakrise und die sich darin auch offenbarende Hilflosigkeit der Wissenschaft in solchen Krisen mache offenbar, wie wesentlich der aus der Hoffnung genährte Glaube für den Alltag sein könne: „Als Auferstandener hat Christus den Sieg des Lebens über Sünde und Tod errungen“, schreibt Hälbig im Vorwort seines Buches. Die Gabe Jesu Christi ist der wahre Frieden, den kein Paradies auf Erden geben kann. So plädiert Hälbig, herkommend von den theologischen Grundlegungen der Feste des Kirchenjahres, in der Liturgie sowie im Alltag mehr den Blick auch auf die Vollendung des Erlösungsgeschehens zu lenken und von dort her die Feste und das persönliche Leben zu beleuchten. Hälbig sind dabei tiefgründige Beiträge zur Erschließung von Bibel und Kirchenjahr gelungen, die zahlreiche Verweise und überraschende Bezüge aufzeigen. Spannend sind insbesondere die vielfältigen Hinweise auf die Zahlensymbolik. So möchte Klaus W. Hälbig mit seinem Buch die christliche Hoffnung, die Eschatologie („Lehre von den letzten Dingen“), wiederbeleben und vergegenwärtigen.

Marc Witzenbacher

Klaus W. Hälbig, Die Rückkehr des Bräutigams. Christi Wiederkunft zur Hochzeit als Vollendung der Welt, eos Verlag, Sankt Ottilien 2020, ISBN 978-3-8306-8011-6, 39,95 € [D]; 41,10 € [A]

 

Buchtitel Amos Oz Jesus und Judas

Sieh ganz genau hin!
Amos Oz zu Jesus und Judas

„Die anderen Jungen spielten Basketball oder stellten den Mädchen nach. Ich war in beidem ein hoffnungsloser Fall – doch ich fand Trost bei Jesus.“ (15f) So berichtet es Amos Oz (1939–2018), israelischer Autor von Weltrang, von seiner Jugend in einem Kibbuz. Obwohl das Neue Testament bis heute in jüdischen Schulen vielfach tabu ist, habe er als Sechzehnjähriger die Evangelien gelesen und dabei den Juden Jesus lieben gelernt, seine Vision, seine Zärtlichkeit, seinen Humor. Sein Großonkel Joseph Klausner (1874–1958), ein Begründer des modernen Zionismus, habe ihn – hierin im Gegensatz zu den meisten Juden – folgendes gelehrt: „Wann immer du eine Kirche oder ein Kreuz siehst, sieh ganz genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer großen Lehrer“ (12). Jesus von Nazaret als Juden wahrzunehmen, dafür plädiert Oz in seinem Vortrag, den er Ende Mai 2017 in Berlin gehalten hat, mit Nachdruck, und er richtet sich damit nicht nur an Christen, sondern gerade auch an Jüdinnen und Juden. Was er freilich auch herausstellt: die unselige Rolle, die das Judasbild der Evangelien für das Judentum in den vergangenen 2000 Jahren gespielt hat. „Judas“ sei zum Synonym für „Verräter“ und dann nahtlos auf alle Juden übertragen worden, was ihnen in der christlich beherrschten Welt Verachtung und Verfolgung, ja fast die Vernichtung gebracht habe. Insbesondere Judas’ Schilderung in den Passionserzählungen sei dafür verantwortlich – eine für seine Begriffe „jämmerlich schlecht geschriebene Story à la Hollywood“ (21f), der er in seinem Roman Judas eine für ihn plausiblere Sicht entgegenzusetzen versucht habe. Amos Oz wagt einen sehr persönlichen Blick auf die beiden nur scheinbaren Gegenspieler im Neuen Testament; sein leidenschaftliches Plädoyer lädt auch Christinnen und Christen dazu ein, sich neu mit ihnen zu befassen. Abgerundet wird das Bändchen mit zentralen Stellen aus dem Neuen Testament sowie einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, der die Geschichte der Jesus-Rezeption im Judentum nachzeichnet und nachdrücklich dafür plädiert, ihn als bedeutenden jüdischen Lehrer wahrzunehmen.

Johannes Bernhard Uphus

Amos Oz, Jesus und Judas. Ein Zwischenruf. Ins Deutsche übersetzt von Susanne Naumann. Mit einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Patmos Verlag Ostfildern, 5. Auflage 2019, 96 S., ISBN 978-3-8436-1051-3, ca. 12 € [D], 12,40 € [A]

 

Buchcover Und es wurde Morgen

Die Osterbotschaft in ihrer ganzen Kraft
Ein vertiefender Blick auf die Lesungen der Osternacht

Es sind nicht einfach nur große Bibeltexte, die in der Leseordnung der Osternacht zufällig zusammengestellt wären. Vielmehr bilden sie in dieser Gestalt ein großes Programm: Aus Sünde und Tod soll die Menschheit gerettet werden „durch Gott, der von Anfang an nur das eine will: die Freiheit und das Leben.“ (32) So schreibt der Osnabrücker Alttestamentler Georg Steins in einem Osterbuch, das es in sich hat. Ein Buch, das aufräumt mit verbreiteten Gewohnheiten und fragwürdigen Deutemustern, die sich in die komplexe und dramatische Feier der Osternacht und deren Wahrnehmung eingeschlichen haben. Ein Buch freilich auch, das unterschiedliche Wege aufzeigt, wie ein vertieftes Verständnis für die heilsgeschichtlich hoch relevanten einzelnen Lesungen und ihre kunstvolle Komposition gewonnen werden kann. Ob es um „Licht und Dunkel – biblische Symbole in der Osternacht“ (Egbert Ballhorn, 13–24) oder die „Frohbotschaft von Anfang an – die Schlüsselrolle der alttestamentlichen Lesungen“ geht (Georg Steins, 25–29), schon der hinführende Teil zeigt auf: „Jeder Text der Osternacht ist ein echter Ostertext … Es gibt nicht jenen einen ,Umschlagspunkt‘ in der heiligen Nacht, ab dem erst von der Auferstehung Christi gesprochen werden kann.“ (16) Von kaum zu unterschätzender Bedeutung: Das „Gedicht der vier Nächte“ (32–33 ausführlich zitiert), eine sehr alte jüdische Überlieferung, die die Pessachnacht des Exodus in Beziehung setzt zu anderen Nächten der Heilsgeschichte, von der Nacht über der Urflut über die Nacht auf dem Berg, als Abraham Isaak zu opfern bereit war, bis hin zur endzeitlichen Nacht, die allem Übel ein Ende bereiten und die gemeinsame Herrschaft des Mose und des Messias herbeiführen wird (Georg Steins, „Die vier heiligen Nächte des Gottesvolkes – der innere Zusammenhang der alttestamentlichen Lesungen“, 30–35). Diese Überlieferung hat offenbar die Verantwortlichen der Liturgiereform bei der Neuordnung der Osternachtfeier wesentlich inspiriert, sodass die Auswahl der Lesungen (nicht nur der alttestamentlichen!) erkennen lässt, wie sehr jüdische Pessach-Feier und christliches Osterfest miteinander verbunden sind. Im Kernteil ist jede Lesung in einer möglichst wörtlichen Studienübersetzung wiedergegeben und durch eine präzise Auslegung erschlossen. Abgerundet wird das Buch, eine vollständig überarbeitete und teils grundlegend veränderte Neuausgabe des 2010 erschienenen Titels „Licht – Wasser – Leben“, durch Beiträge namhafter Autoren, die Gestaltungsimpulse für die Osternacht geben, darunter Kurzeinführungen zu den einzelnen Teilen bzw. Lesungen, beispielhafte Predigten und Meditationen. Von besonderem Reiz: Georg Steins’ Anregung, die ursprüngliche Vigil wiederzuentdecken, wie sie in der Lichtfeier und den sieben alttestamentlichen Lesungen samt den zugehörigen Antwortpsalmen und Orationen noch heute greifbar ist, und sie mit dem Taufgedächtnis zu verbinden. Ostern lässt sich neu entdecken, dafür steht dieses Buch. Mehr noch: Mit einem feinfühligen Gespür für die vielfältigen Zusammenhänge, wie sie in diesem Buch einleuchtend dargestellt werden, lässt sich lernen, Ostern würdig und kraftvoll zu feiern.

Johannes Bernhard Uphus

Georg Steins, Egbert Ballhorn, Und es wurde Morgen. Die biblischen Lesungen der Osternacht, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2020, 176 S., ISBN 978-3-7917-3144-5, 16,95 € [D], 17,40 € [A]

 

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