Aktuelles


Auf dieser Seite finden Sie neben aktuellen Terminen und Informationen auch Hinweise auf beachtenswerte Publikationen. Weitere Seiten mit Bezug zum laufenden Monat: der Inhalt der aktuellen Ausgabe und ein liturgischer Kalender für das deutsche Sprachgebiet mit einer ganzjährigen Namenstagsübersicht.
 

Gebetsanliegen des Papstes
 



Gebetsanliegen für Januar 2022

Beten wir für alle, die unter religiöser Diskriminierung und Verfolgung leiden;
– ihre persönlichen Rechte mögen anerkannt und ihre Würde geachtet werden, weil wir alle Schwestern und Brüder einer einzigen Familie sind.

Weitere Informationen zum monatlichen Gebetsanliegen sowie geistliche Kurzimpulse für jeden Tag finden Sie auf den Internetseiten des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.

Monatlich wird vom Vatikan ein zentrales Gebetsanliegen veröffentlicht, das der Heilige Vater allen Glaubenden ans Herz legt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Papst im aktuellen Gebet zu verbinden, bietet ferner die Dokumentation von Audienzen und Angelusgebeten auf den Seiten der vatikanischen Informationsdienste – dort lässt sich nachverfolgen, in welchen aktuellen Anliegen Papst Franziskus gebetet hat.

 

Ökumenischer Fürbittkalender
 

Diese Woche beten wir für



In Gottes Händen
Glaubende weltweit beten füreinander

„Das Gebet ist das Herzstück der ökumenischen Bewegung“, heißt es auf den Internetseiten des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Ökumenischen Fürbittkalender. „Jesus hat darum gebetet, dass wir eins sein mögen, geeint in Gott im Geheimnis der Dreieinigkeit. Dies ist die Grundlage und das Ziel unseres Strebens nach Einheit.“

Weil der Anfang dieser Einheit im Gebet liegt, ja, weil das Gebet füreinander diese Einheit im Anfang schon ist, lädt der Ökumenische Fürbittkalender ein, im Jahreslauf aller Gegenden der Erde zu gedenken. Sich im Gebet mit Glaubenden in aller Welt zu verbinden, das heißt, einander Gottes Hand anzuvertrauen. Es heißt auch, Bewusstsein füreinander zu entwickeln. Sehen zu lernen, in welcher Lage sich andere Menschen befinden und was sie uns zu sagen und mitzugeben haben.

Wenn Sie im Fenster „Diese Woche beten wir für…“ auf die Ländernamen klicken (am besten mit Rechtsklick einen neuen Tab öffnen), werden Sie zur Webpräsenz des Weltkirchenrats – www.oikoumene.org – weitergeleitet. Auf der entsprechenden Seite finden Sie Anregungen für Ihr fürbittendes Gebet, die auf die betreffende Erdregion zugeschnitten sind.

Den Anregungen zugrunde liegt der ökumenische Fürbittkalender In Gottes Hand. Gemeinsam beten für die Welt. Gebete aus der weltweiten Ökumene / in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Aus dem Englischen übersetzt von Friederike Gralle, Frankfurt/Main: Lembeck, Paderborn: Bonifatius 2008.

 

Termine

 

Geburtskirche Betlehem, AußenansichtGeburtskirche Betlehem · Foto: Berthold Werner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://t1p.de/yiyt

Gebetswoche mit Texten aus dem Nahen Osten

Christinnen und Christen aus dem Nahen Osten haben die Texte für die diesjährige Gebetswoche für die Einheit der Christen zusammengestellt. Die Gebetswoche wird weltweit jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. Die Christen im Nahen Osten wählten für das Jahr 2022 das Thema des Sterns, der im Osten aufgeht, und stellen die Gebetswoche unter ein Motto aus dem Matthäusevangelium: „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2). Zum einen erinnert dieses Motto an den Ursprung des Christentums im Nahen Osten. Jesus Christus, das Licht und Heil für die Völker, ist in Bethlehem geboren und wurde am Jordan offenbart. Zum anderen teilen die Christen des Nahen Ostens gemeinsam mit allen Menschen die Sehnsucht nach einem Licht, das alle Finsternis überwinden kann. In den Begleitmaterialien heißt es: „Die globale COVID-19-Pandemie hat eine Wirtschaftskrise ausgelöst, und es scheitern diejenigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen, die dem Schutz der Schwächsten und am meisten Verletzlichen dienen sollten. Das macht uns nachdrücklich bewusst, dass die Welt ein Licht braucht, das in der Finsternis leuchtet. Der Stern, der vor zweitausend Jahren im Osten, im Nahen Osten, erschien, ruft uns noch immer zur Krippe, an den Ort, an dem Christus geboren wird. Er führt uns dorthin, wo der Geist Gottes lebendig ist und wirkt, in dem wir getauft sind und der unsere Herzen verwandelt.“

Zeichen der Hoffnung

Für die Weisen, die nach dem Matthäus-Evangelium (2,1–12) sich auf den Weg machen, um das Licht für die Völker anzubeten, ist das Erscheinen des Sterns am Himmel von Judäa ein lang ersehntes Zeichen der Hoffnung. Mit dem Licht soll ihnen der wahre König und Heiland offenbart werden. So wird der Stern auch zum Zeichen für Gottes liebevolle Gegenwart bei allen Menschen. Mit seinen Strahlen führt der Stern die Menschheit zu einem helleren Licht, Jesus Christus. Er ist das neue Licht, das alle Menschen erleuchtet und sie in die Herrlichkeit und den Glanz des Vaters führt. Dieses Licht, so die Autorinnen und Autoren der Texte, kann auch die eigene Dunkelheit erhellen und den Weg zum Leben aufzeigen.

Universalität des Heils

Nach dem traditionellen Verständnis stehen die Sterndeuter im Matthäusevangelium für die damals bekannte Vielfalt der Völker. Dass sie dem Stern folgen, ist ein Zeichen für die Universalität des göttlichen Rufs, der im Licht des von Osten leuchtenden Sterns aufscheint. Die Sterndeuter kommen aus fernen Ländern und repräsentieren verschiedene Kulturen, aber es bewegt sie dieselbe Sehnsucht, den neugeborenen König zu sehen, und so kommen sie in dem kleinen Haus in Bethlehem zusammen, um ihn anzubeten und ihre Gaben zu bringen. So seien auch die Christen dazu berufen, in der Welt ein Zeichen dafür zu sein, dass Gott die Einheit bewirkt, die er will: „Christen gehören verschiedenen Kulturen und Völkern an und sprechen unterschiedliche Sprachen, aber gemeinsam suchen sie Christus und sehnen sich danach, ihn anzubeten. Sie sind ein Volk, dem aufgetragen ist, ein Zeichen zu sein wie der Stern, die Menschheit in ihrem Hunger nach Gott zu leiten, alle zu Christus zu führen und das Werkzeug zu sein, mit dem Gott die Einheit aller Völker bewirkt.“

Licht für den Nahen Osten

Diese Sehnsucht nach der Einheit der Völker bewegt die Christen im Nahen Osten in besonderer Weise. Der Nahe Ostens war und ist von schweren Konflikten geprägt, bis heute schwelen scheinbar unüberbrückbare Gegensätze, die immer wieder zu Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen führen. Die Gebetswoche ruft alle dazu auf, für den Frieden zwischen den Völkern und insbesondere im Nahen Osten zu beten. Dort, wo das Christentum seine Wiege hat, leben immer weniger Christen, da viele ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Krieg verlassen. Die Gebetswoche ruft zur Umkehr und Erneuerung auf, dem Evangelium gemäß zu handeln: die Würde des Menschen zu verteidigen, besonders die der Ärmsten, Schwächsten und Ausgegrenzten. Die Kirchen müssten mehr zusammenarbeiten, um die Not der Leidenden zu mindern, die Vertriebenen aufzunehmen, die Last der anderen zu tragen und eine gerechte und ehrliche Gesellschaft aufzubauen. „Dies ist ein Aufruf an die Kirchen, zusammenzuarbeiten, damit junge Menschen eine Zukunft aufbauen können, die dem Willen Gottes entspricht, eine Zukunft, in der alle Menschen Leben, Frieden, Gerechtigkeit und Liebe erfahren“, lautet der Appell der Christen des Nahen Ostens. Der neue Weg der Kirchen sei der Weg der sichtbaren Einheit, den sie alle aufopferungsvoll und mit Mut und Tapferkeit suchen sollten, damit Tag für Tag „Gott alles in allem sei“ (1 Kor 15,28).

Arbeit unter schweren Bedingungen

Die internationale Gruppe zur Vorbereitung der Texte für die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die gemeinsam vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen eingesetzt wurde, konnte 2021 aufgrund der Pandemie nicht persönlich zusammenkommen und musste daher auf neuen Wegen mit den lokalen Vertreterinnen und Vertreten des Rates der Kirchen im Nahen Osten mit Sitz in Beirut (Libanon) die Texte erarbeiten. Die nationale ökumenische Gruppe im Nahen Osten hat in zahlreichen Online-Treffen die Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt, teilweise unter erheblich erschwerten Bedingungen. Im Libanon leiden die Menschen immer noch unter den menschlichen und materiellen Folgen der Explosion, die Beirut am 4. August 2020 zerstörte. Um so mehr sehen sie auch die durch die Arbeit größer gewordene Einheit unter den Christen im Nahen Osten und auf der ganzen Welt als ein Zeichen der Hoffnung und beten für ein würdevolleres, gerechteres und friedlicheres Leben für alle Menschen heute und in Zukunft. So verbindet die Feier der Gebetswoche alle Christinnen und Christen der Welt miteinander im Gebet für Einheit und Frieden. Der zentrale Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen wird in Deutschland am Sonntag, dem 23. Januar 2022, um 15.30 Uhr, in der Hohen Domkirche Köln gefeiert, dem Ort, wo die Gebeine der Sterndeuter ruhen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, die ACK in Nordrhein-Westfalen und die ACK in Köln laden herzlich zu dem Gottesdienst ein. Sie rufen gleichzeitig dazu auf, an möglichst vielen Orten gemeinsam mit anderen Konfessionen die Gebetswoche zu gestalten. Zudem bitten sie darum, die Gebetswoche auch mit der Gebetswoche der Evangelischen Allianz zu verbinden, die traditionell eine Woche vorher stattfindet und in diesem Jahr vom 9.–16. Januar unter dem Thema „Sabbat“ begangen wird (Infos unter www.allianzgebetswoche.de).

Materialien für den Gottesdienst

Für die Feier der Gebetswoche können alle Materialien sowie weitere Informationen auf der Website www.gebetswoche.de heruntergeladen werden. Ein Heft mit dem Gottesdienst sowie Plakate für eigene Veranstaltungen wurden vom Verlag Butzon & Bercker gedruckt und können über den Buchhandel bezogen werden (Preise: Plakat 1,00 €; Gottesdienstheft einzeln 2,50 €, ab 10 Stück 1,00 €, ab 100 Stück 0,50 €).

Marc Witzenbacher

 

Aufgeschlagene Bibel auf brauner Holztischplatte, daneben Schreibblock und StiftBibel · Foto: AgnieszkaMonk / Pixabay

Sonntag des Wortes Gottes

Eigentlich ist jeder Sonntag ein Bibelsonntag, da in den Gottesdiensten die Texte der Heiligen Schrift Grundlage und Mittelpunkt für die Verkündigung des Evangeliums sind. Jedoch hat im Jahr 2019 Papst Franziskus mit einem Motu Proprio den 3. Sonntag im Jahreskreis zum „Sonntag des Wortes Gottes“ ausgerufen. An diesem „Bibelsonntag“ soll nach dem Willen des Papstes die Bedeutung der Bibel in besonders feierlicher Weise begangen werden. Papst Franziskus schlägt beispielsweise vor, während der Eucharistiefeier eine Inthronisation der Heiligen Schrift während der Eucharistiefeier zu feiern. An diesem Sonntag könnten auch Beauftragungen für Lektorinnen und Lektoren oder andere Dienste am Wort erteilt werden.

Ökumene fördern

Nach den Worten des Papstes eignet sich die Feier des Sonntags des Wortes Gottes besonders dafür, die Ökumene zu stärken und das gemeinsame Fundament der Heiligen Schrift zu stärken. Auch die Verbindung zum Volk Israel, das mit uns den ersten Teil der Bibel weitgehend gemeinsam hat, soll an diesem Bibelsonntag gefestigt und erneuert werden. Daher ist der Sonntag in die Zeit gebettet, in der zum einen die Verbindung mit dem Judentum gestärkt („Tag des Judentums“, vor allem in Österreich und der Schweiz) und für die Einheit der Christen (weltweite Gebetswoche für die Einheit der Christen) gebetet wird.

In Deutschland gemeinsam mit Bibelsonntag

In Deutschland gibt es bereits seit Jahren die Tradition, am letzten Sonntag im Januar den ökumenischen Bibelsonntag zu feiern. Dazu wurde auch mittlerweile eine gemeinsame Website der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischen Bibelwerk eingerichtet, auf der viele Materialien und Vorschläge zur Gestaltung des Sonntages abgerufen werden können (www.bibelsonntag.de). Mit Rücksicht auf diese lebendige Tradition des ökumenischen Bibelsonntags hat die Deutsche Bischofskonferenz das Anliegen des Papstes mit der ökumenischen Praxis in Deutschland verbunden und festgelegt, dass der Sonntag des Wortes Gottes künftig immer am letzten Sonntag im Januar begangen wird. Das ist im Jahr 2022 der 30. Januar, der 4. Sonntag im Jahreskreis. Die Deutsche Bischofskonferenz bittet darum zu überlegen, wie an diesem Tag die ökumenische Gemeinschaft am jeweiligen Ort hervorgehoben werden kann. Dies könne insbesondere durch gemeinsames Gebet oder gemeinsame Aktionen geschehen. In Österreich und der Schweiz wird der Sonntag des Wortes Gottes am 3. Sonntag im Jahreskreis am 23. Januar begangen.

Marc Witzenbacher

 

 

 

Informationen

 

Auf der Fassade des Berliner Hauptbahnhofs erscheinen eine stilisierte Kerze und der Schriftzug #WeRemember#WeRemember am Berliner Hauptbahnhof · Foto: DB AG / Volker Emersleben

#WeRemember: Kampagne des Jüdischen Weltkongresses
zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar
für eine Zukunft ohne Hass


Die Kampagne hat am 20.1. begonnen und fördert die Aufklärung über den Holocaust in einer Zeit, in der der Antisemitismus weltweit zunimmt.

Im Vorfeld des Internationalen Holocaust-Gedenktags am 27. Januar hat der Jüdische Weltkongress seine siebte jährliche #WeRemember-Kampagne gestartet. Ziel der Kampagne ist es, das Andenken der sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus zu wahren und ein Zeichen gegen Antisemitismus und jede Form von Hass und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Durch das Lernen aus der Vergangenheit soll die Zukunft geschützt werden.

Menschen, politische Institutionen, Unternehmen, aber auch Sportvereine auf der ganzen Welt werden gebeten, ein Foto mit der eindringlichen Botschaft #WeRemember zwischen dem 20. und 27. Januar auf soziale Plattformen wie Twitter, Instagram und Facebook zu stellen. Das Foto wird mit dem Hashtag #WeRemember versehen und so Teil der Bewegung gegen Antisemitismus, Völkermord, Hass und jede Form von Fremdenfeindlichkeit. Erneut nehmen Mitglieder der Bundesregierung, zahlreiche Bundestagsabgeordnete, Ministerpräsidenten, Landtagsabgeordnete und Bürgermeister sowie internationale Persönlichkeiten an dem Aufruf teil.
Der Schriftzug „#WeRemember“ wird an bedeutenden Wahrzeichen in Deutschland wie z. B. dem Reichstagsgebäude, dem Bundesrat und zahlreichen Bundesministerien, u. a. dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Verteidigung, sowie auf den Hauptbahnhof projiziert. Unternehmen wie die Wall GmbH, Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, Deutsche Bahn AG, BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe und die Rheinbahn AG stellen bundesweit Werbeflächen zum Gedenken zur Verfügung.
Weltweit findet die Kampagne ebenfalls großen Zuspruch. Dies umfasst das Anstrahlen mit dem Schriftzug „#WeRemember“ an bedeutenden Denkmälern wie den Mauern der Altstadt von Jerusalem, an europäischen Parlamenten sowie die Projektion von bewegenden Botschaften an öffentlichen Plätzen. Zu den teilnehmenden Einrichtungen gehören die Europäische Kommission und das NATO-Hauptquartier sowie die UNESCO, wo der Jüdische Weltkongress die Ausstellung "Generations: Portraits of Holocaust Survivors" (Porträts von Überlebenden des Holocaust) startet.
„Mit der #WeRemember-Kampagne bekämpft der Jüdische Weltkongress Antisemitismus sowie andere schädliche Formen von Hass und Fremdenfeindlichkeit", sagt WJC-Präsident Ronald S. Lauder. „Wir bemühen uns auch, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren, zumal die Zahl der Überlebenden und anderer Zeitzeugen immer geringer wird.“

Die #WeRemember-Kampagne wird am 27. Januar auf dem Gelände des ehemaligen NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau symbolisch enden. Auf einer Leinwand, die neben dem berüchtigten Eingangstor zum Todeslager und den Viehwaggons aufgestellt wird, werden Fotos der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kampagne zu sehen sein - als Zeugnis für das Überleben des jüdischen Volkes im Angesicht des Unglücks.
„Die Teilnahme an der #WeRemember-Kampagne, die nun schon im siebten Jahr stattfindet, fördert die Aufklärung über den Holocaust in einer Zeit, in der der Antisemitismus weltweit zunimmt“, so Lauder weiter. „Indem wir die Welt über die Gräueltaten des Holocaust aufklären, tragen wir dazu bei, dass er sich niemals wiederholt.“
Anlässlich der Kampagne #WeRemember wird die 100jährige Holocaust-Überlebende Margot Friedländer am 24. Januar bundesweit mit hunderten Schülerinnen und Schülern via Livestream sprechen. Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist die diesjährige Schirmherrin des Zeitzeugengesprächs und wird ein Grußwort an die Schülerinnen und Schüler richten, ebenso Maram Stern, Geschäftsführender Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses und Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Im Jahr 2021 war die #WeRemember-Aktion das meist besprochene Thema in den sozialen Medien in Deutschland. Die letztjährige Kampagne gipfelte auch in der Ankündigung von Facebook, Nutzer, die nach dem Begriff "Holocaust" suchen, auf AboutHolocaust.org umzuleiten, das vom World Jewish Congress (WJC) in Zusammenarbeit mit der UNESCO als umfassende Ressource über die Geschichte des Holocaust und sein Vermächtnis entwickelt wurde.

 



Im gemeinsamen Beten und Singen zusammenwachsen
Filmportrait des Netzwerks Ökumenisches Stundengebet e.V.

Die Sehnsucht unter Glaubenden verschiedener christlicher Bekenntnisse ist groß, miteinander zu beten, Gottesdienst zu feiern und sich gemeinsam als die lebendige Kirche Jesu Christi zu erleben. Einen fruchtbaren Weg geht seit 14 Jahren ein ökumenisches Netzwerk, das die uralte Tradition des Stundengebets in unsere Zeit und Kirche hinein aktualisiert und mit wachsendem geistlichem Gewinn miteinander feiert. Während der Jahrestagung im Herbst 2019 ist in der Katholischen Akademie in Bayern ein Filmportrait entstanden, in dem das Ökumenische Stundengebet e.V. aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt wird. Während der Pandemie musste das gemeinsame Singen den hygienischen Vorgaben gemäß eingeschränkt werden. Dadurch wurde zum einen deutlich, wie zentral gerade dieses Element im Stundengebet ist; zum anderen haben sich unterschiedliche Wege gefunden, das gemeinsame Beten so abzuwandeln, dass die grundlegende Dimension des Miteinanders weiterhin spürbar bleibt.

Johannes Bernhard Uphus

 

 

Medienempfehlungen

 

Buchcover mit Vollmond über hügeliger Waldlandschaft

Lyrische Mondblütenlese

„Nacht liegt auf den fremden Wegen, / Krankes Herz und müde Glieder; – / Ach, da fließt, wie stiller Segen, / Süßer Mond, dein Licht hernieder.“ Wenn Heinrich Heine so den Mondenschein besingt (116), mag das manch einem unvertraut sanft, ja fast religiös vorkommen. Gewiss, der Mond ist Inbegriff romantischer Sehnsucht. Man erwartet sie vielleicht weniger von einem Heine, eher von Goethe oder Eichendorff; Beispiele hat Ulrich Maske im hier zu besprechenden Bande reichlich zusammengestellt. Doch darin erschöpft sich keineswegs, was an Motiven mit dem Mond verbunden wird. Allein Christian Morgensterns humoristische Galgenlieder geben davon beredtes Zeugnis, etwa wenn „der Trabant“ ob seines göttlichen Auftrags, deutschen Lesern durch Ähnlichkeit zu a oder z sein Ab- oder Zunehmen anzuzeigen, „ein völlig deutscher Gegenstand“ geworden sei. Genial dazu die Illustration von Franziska Harvey: ein dicker und ein dünner Zeitungsleser, jeweils mit Zylinder, unter der zu- und der abnehmenden Mondsichel oben; zwischen beiden der Vollmond mit Nickelbrille (22–23). Doch auch groteske und düstere Mondgedichte kommen in dem edel ausgestatteten Band zu Wort, etwa von Erich Mühsam oder Georg Trakl. Neben manch eigenen versammelt der Herausgeber Werke von Dichterinnen und Dichtern wie Annette von Droste-Hülshoff bis Frank Wedekind, von Else Lasker-Schüler bis Rio Reiser – eine faszinierende Blütenlese mondaffiner Lyrik.

Johannes Bernhard Uphus

Ulrich Maske (Hg.), Franziska Harvey (Ill.), Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst. Gedichte aus fünf Jahrhunderten, in denen der Mond erscheint, Verlag GOYA, Hamburg 2021, 225 S., 25,00 € (D), ISBN 978-3-8337-3135-8

Dieses Buch ist bei GOYALiT auch als Hörbuch erhältlich, 3 CDs, 192:02 Minuten, 20,00 € (D), ISBN 978-3-8337-3134-1

 

Buchcover: ein Zweig mit drei Äpfeln, Stillleben

Zurück ins Paradies?

Es bleibt für viele angesichts der Schrecken in dieser Welt eine tiefe Sehnsucht, endlich wieder zurück ins Paradies zu kommen. Aber was ist das Paradies eigentlich? Die Bibel erzählt, wie Gott den Menschen in das Paradies setzte, damit er den Garten „bebaue und behüte“ (Gen 2, 15). Das Paradies ist also nach biblischem Verständnis keineswegs ein Lustgarten, wo der Mensch im Gras liegt und sich paradiesischen Duft um die Nase wehen lässt. In diesem Garten muss der Mensch für seine Nahrung arbeiten, die Pflanzen kultivieren und für die Tiere sorgen. Was heißt dann „zurück ins Paradies“? Besteht das ewige Leben im dauernden Gärtnern?

Heimholung ins Paradies

Mit dem Paradies und seiner Funktion in der Heilsgeschichte hat sich Klaus W. Hälbig, ehemaliger Studienleiter an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und ausgewiesener Mystikexperte, in seinem neuen Buch beschäftigt: „Die Heimholung ins Paradies. Jesu Fruchtbarkeit als neuer Adam und Ursprung der Kirche“. Wie schon in einigen vorherigen Werken zeigt Hälbig auch in diesem Buch ein ungemein vielfältiges und belesenes Netzwerk aus biblischen Befunden und Bezügen der jüdischen und christlichen Mystik auf. Angelehnt an ein zehngliedriges System der jüdischen Mystik erläutert Hälbig in zehn Kapiteln eine Heilsgeschichte des Paradieses. Gottes ewige Liebe habe von Anfang an das ewige Leben für den Menschen („Baum des Lebens“) in Angleichung an seinen ewigen Sohn gewollt. Jedoch habe der Mensch im sognannten „Sündenfall“ im Paradies statt Gottes Segen den Fluch gewählt, statt der Fülle des Lebens den Mangel und den Tod, statt der Gottähnlichkeit („Bild Gottes“) die Ähnlichkeit mit der Natur und den Tieren.

Jesus als neuer Adam

Um dem Menschen wieder die ursprüngliche Perspektive zu eröffnen, habe Jesus als neuer Adam am „grünen Holz“ des Kreuzes diese Verkehrung wieder umgekehrt und so dem Menschen die Rückkehr in das verlorene Paradies eröffnet. Hälbig erläutert dabei die Rolle und Aufgabe der Kirche als Vorhof des Paradieses, ohne die aktuellen Probleme auszublenden, im Gegenteil. Der Verweis auf die eigentliche Funktion der Kirche im Heilsplan macht deutlich, wo ihre Hauptaufgaben liegen sollten und wie schwerwiegend die Verfehlungen im Raum der Kirche sind. Die Stärke des Buchs liegt in der Fülle der Symbolik, die Hälbig seinen Leserinnen und Lesern erschließt. So wird deutlich, welch tiefe Bedeutungen beispielsweise Zahlen in der Bibel besitzen. Es ist manchmal fast erschlagend, welche vielfältigen Bezüge zwischen dem Alten und dem Neuen Testament Hälbig aufzuzeigen vermag und wie sich Grundlagen der jüdischen Mystik in der christlichen Deutung wiederfinden. Hälbigs Werk liest sich bestimmt nicht in einem Rutsch, aber wer tiefer in die Bibel und ihre Symbolik sowie die Mystik eintauchen will, für den ist Hälbigs Buch ein wunderbarer Reiseführer.

Marc Witzenbacher

Klaus W. Hälbig, Die Heimholung ins Paradies. Jesu Fruchtbarkeit als neuer Adam und Ursprung der Kirche, EOS Verlag, St. Ottilien 2021, 527 S., 29,95 € (D), ISBN 978-3-8306-8068-0

 

 

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