Corona

MAGNIFICAT in Zeiten der Pandemie
 

Magnificat-Ausgaben April-Juli 2020Foto: JBU

Liebe Leserinnen und Leser,

auch uns vom MAGNIFICAT-Team hat die Corona-Pandemie „kalt erwischt“. Die erhebliche Vorlaufzeit, die wir benötigen, um Ihnen MAGNIFICAT ordentlich redigiert und gedruckt auch in entferntere Länder pünktlich liefern zu können, machte und macht es uns fast unmöglich, angemessen zu reagieren. Denn wer etwas schreibt, weiß nicht, wie die Situation zu der Zeit aussieht, zu der Sie es lesen: Ob – hoffentlich – weitreichende Erleichterungen Platz gegriffen haben oder ob wir doch alle unter erneuten Einschränkungen zu leiden haben. Allein auf unserer Homepage können wir Anregungen liefern und haben dies auch schon getan. Im gedruckten Heft jedoch können wir schwerlich aktuell sein.

Dennoch bietet MAGNIFICAT gute Möglichkeiten, die Situation zu gestalten, in der Verbote oder Einschränkungen von Gottesdiensten gelten und Gottesdienste vielleicht ganz anders aussehen, als Sie es gewohnt sind. Sie sind durch MAGNIFICAT mit den Beterinnen und Betern, mit den Feiernden an verschiedenen Orten verbunden. Auch wenn wir uns nicht wie gewohnt in der Kirche versammeln können, sind wir Teil der betenden Kirche, an deren gottesdienstliche Formulare MAGNIFICAT zudem stets rückgebunden bleibt. Die Monatsausgaben nehmen immer mit hinein in die Liturgie des Tages, speziell in den Schriftlesungen.

Im Morgen- und Abendgebet bieten gerade die Bitten und Fürbitten hinreichend Möglichkeiten, die Nöte der aktuellen Situation aufzunehmen. Sicher denken Sie bei Gebeten für Kranke, Leidende, Einsame und Sterbende stets auch an die von einer Corona-Erkrankung Betroffenen – selbst wenn dies nicht ausdrücklich dort steht. In der Sprache der Psalmen können Ihre Ängste und Zweifel sich ebenso wiederfinden wie Ihre Freude über das neue Treffen mit lange vermissten Menschen oder sonstige neue Möglichkeiten des Lebens.

Wie wir aus aktuellen Rückmeldungen wissen, haben Leserinnen und Leser in der Familie oder kleinen Gebetsgruppen in den letzten Wochen der Beschränkungen ihren Glauben mit MAGNIFICAT „ins Gebet“ genommen und gefeiert. Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhin ohne Störungen jeden Monat die Grundlagen dafür liefern können.

Bitte bleiben Sie gesund!

Ihre MAGNIFICAT-Redaktion

 

Grußwort von Weihbischof Rolf Lohmann
 

Bischof im grauen Anzug in einem KreuzgangWeihbischof Rolf Lohmann, Xanten · Foto: Markus van Oorschot

Sehr geehrte Leserinnen und Leser von MAGNIFICAT, liebe Schwestern und Brüder!

Die schon seit Monaten andauernde und immer wieder aufflackernde Corona-Pandemie erfüllt viele Menschen mit Angst und Sorge. Deswegen ist es so richtig und wegweisend, dass wir Christen uns – durch Gebet und Tat – dieser Situation angemessen widmen. Ich danke den Vielen, die in Gottesdiensten und Andachten alle Fragen und Nöte vor Gott bringen; auch denke ich an die, die jetzt in unseren Pfarrgemeinden, in den sozialen Einrichtungen, in den Krankenhäusern und Pflegeheimen da sind und ihren Dienst versehen, gestärkt durch die Botschaft des Evangeliums. In manchen Gegenden unseres Landes, vor allem aber in den Ländern Afrikas und Lateinamerikas, schlägt diese Pandemie noch gewaltiger zu. Gerade hier ist unsere Solidarität angezeigt. Voller Sorgen sind die Menschen, die durch die Pandemie in wirtschaftliche und materielle Schwierigkeiten geraten sind. Ihnen wollen wir uns besonders zuwenden durch unsere Hilfe und unser Gebet.
Gedrucktes Marien-Andachtsbild, 17. JahrhundertDas Gnadenbild von Kevelaer

In meiner Region liegt der Wallfahrtsort Kevelaer mit dem Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“. Dieses kleine Wallfahrtsbild zeigt Maria mit einem weiten Mantel, der alle Menschen erreicht und umfasst. Sie sei uns in dieser Zeit Fürsprecherin, Trösterin und Wegbegleiterin aus der Krise heraus. Stehen wir in dieser Zeit zusammen, helfen wir einander, stärken wir uns, ermutigen wir uns und beten wir füreinander und miteinander:

„Herr, in Deine Hände lege ich meine Pläne, Sorgen, Ängste und Freuden. Du in mir und ich in Dir. Du bist der Grund meines Seins. Du durchwirkst mich mit Deinem Geist. Öffne mich allzeit für Deine Gegenwart, damit ich immer mehr erkenne, wer Du bist und was Du von mir willst.
Herr, in Deine Hände lege ich voller Dank, Vertrauen und Bitte meine Familienangehörigen, alle Menschen, die ich kenne, alle Menschen, die Dich jetzt besonders brauchen, alle Kranken, alle Sterbenden, alle Not-Leidenden und ihre Helfer, alle Verantwortlichen in Politik und Betrieben und Organisationen. Herr, in Deine Hände lege ich Deine gesamte Schöpfung – alles, was lebt und Dich braucht!“

So verbleibe ich – als Schirmherr von MAGNIFICAT – mit allen guten Wünschen und „im Gebet verbunden“ mit herzlichen Grüßen aus der Domstadt Xanten.

Ihr

+ R o l f   L o h m a n n
Weihbischof im Bistum Münster
Regionalbischof für die Region
Niederrhein/Recklinghausen

 

Geistliches Leben in der Corona-Pandemie
 

Brennende Kerzen

Wegen der Corona-Pandemie können öffentliche Gottesdienste zurzeit nur unter erheblichen Einschränkungen stattfinden. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten zu finden, wie Glaubende in der aktuellen Situation Kraft finden können, auch wenn es ihnen nicht möglich ist, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Die Liturgischen Institute der deutschsprachigen Schweiz, Österreichs und Deutschlands stellen dazu auf ihren Internetseiten Anregungen, Meditationen und Gottesdienstmodelle für daheim zur Verfügung.

Auch im persönlichen Gebet können wir die Solidarität mit unseren Schwestern und Brüdern leben. Denken Sie an die Menschen, die Ihnen nahestehen, sprechen Sie ihre Namen aus. Und bitten Sie so, wie es sich Ihnen nahelegt, auch für die Menschen in anderen Weltgegenden, die aktuell besonders betroffen sind. Gott vereint uns, auch wenn Begegnungen nur eingeschränkt möglich sind.

Das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz hat einen Vorschlag veröffentlicht, den wir Ihnen hier mit freundlicher Genehmigung des Urhebers zur Verfügung stellen.

Beten wir
- für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
- für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
- für alle, die sich nicht frei bewegen können,
- für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
- für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

(Stilles Gebet)

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

 

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