Martin

 

„Was ihr einem meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr mir getan.“ (vgl. Mt 25,40)


 

Früher lernte man im Religionsunterricht, dem jungen römischen Offizier Martinus sei in der Gestalt des frierenden Bettlers Christus begegnet. Das konnte leicht zu der Vorstellung führen, Jesus hätte sich einfach verkleidet. Doch es steckt mehr dahinter. In Martins geistesgegenwärtigem Handeln wird ein Kernstück des Evangeliums konkret.

Die Begegnung mit der Schwester, dem Bruder in Not wird zum Augenblick der Entscheidung. Indem ich mich zuwende, begegne ich Christus; wende ich mich ab, verfehle ich ihn.

Und es geht noch weiter.

In den messianischen Schriften des Alten Testaments ist es Kennzeichen von Gottes Gesalbten, sich wie Martin zu verhalten (vgl. bes. Jes 61,1-3; vgl. 58,6.7).

Mit anderen Worten: Wenn ich dem Nächsten aufhelfe, stimme ich ein in Jesu aufrichtendes Tun, ja in Gottes Handeln, das Leben neu ermöglicht. In Momenten wie diesen reicht Gottes Gegenwart spürbar in meine herein – und wirkt hinaus in meine Welt.

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