Aktuelles


Auf dieser Seite finden Sie neben aktuellen Terminen und Informationen auch Hinweise auf beachtenswerte Publikationen. Weitere Seiten mit Bezug zum laufenden Monat: der Inhalt der aktuellen Ausgabe und ein liturgischer Kalender für das deutsche Sprachgebiet mit einer ganzjährigen Namenstagsübersicht.
 

Gebetsanliegen des Papstes
 



Gebetsanliegen für Januar 2021

Beten wir um das Miteinander mit allen Menschen:
– Der Herr gebe uns die Gnade, mit unseren Schwestern und Brüdern aus anderen Religionen geschwisterlich zu leben, offen und im Gebet füreinander.

Weitere Informationen zum monatlichen Gebetsanliegen sowie geistliche Kurzimpulse für jeden Tag finden Sie auf den Internetseiten des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.

Monatlich wird vom Vatikan ein zentrales Gebetsanliegen veröffentlicht, das der Heilige Vater allen Glaubenden ans Herz legt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Papst im aktuellen Gebet zu verbinden, bietet ferner die Dokumentation von Audienzen und Angelusgebeten auf den Seiten der vatikanischen Informationsdienste – dort lässt sich nachverfolgen, in welchen aktuellen Anliegen Papst Franziskus gebetet hat.

 

Ökumenischer Fürbittkalender
 

Diese Woche beten wir für



In Gottes Händen
Glaubende weltweit beten füreinander

„Das Gebet ist das Herzstück der ökumenischen Bewegung“, heißt es auf den Internetseiten des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Ökumenischen Fürbittkalender. „Jesus hat darum gebetet, dass wir eins sein mögen, geeint in Gott im Geheimnis der Dreieinigkeit. Dies ist die Grundlage und das Ziel unseres Strebens nach Einheit.“

Weil der Anfang dieser Einheit im Gebet liegt, ja, weil das Gebet füreinander diese Einheit im Anfang schon ist, lädt der Ökumenische Fürbittkalender ein, im Jahreslauf aller Gegenden der Erde zu gedenken. Sich im Gebet mit Glaubenden in aller Welt zu verbinden, das heißt, einander Gottes Hand anzuvertrauen. Es heißt auch, Bewusstsein füreinander zu entwickeln. Sehen zu lernen, in welcher Lage sich andere Menschen befinden und was sie uns zu sagen und mitzugeben haben.

Wenn Sie im Fenster „Diese Woche beten wir für…“ auf die Ländernamen klicken (am besten mit Rechtsklick einen neuen Tab öffnen), werden Sie zur Webpräsenz des Weltkirchenrats – www.oikoumene.org – weitergeleitet. Auf der entsprechenden Seite finden Sie Anregungen für Ihr fürbittendes Gebet, die auf die betreffende Erdregion zugeschnitten sind.

Den Anregungen zugrunde liegt der ökumenische Fürbittkalender In Gottes Hand. Gemeinsam beten für die Welt. Gebete aus der weltweiten Ökumene / in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Aus dem Englischen übersetzt von Friederike Gralle, Frankfurt/Main: Lembeck, Paderborn: Bonifatius 2008.

 

Termine
 

RotweintraubeRotweintraube · Foto: JBUphus

Gebetswoche für die Einheit der Christen
Texte kommen aus der Schweiz

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird jedes Jahr entweder vom 18. bis 25. Januar oder in der Zeit von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten gefeiert. Für das Jahr 2021 wurden die Texte von der monastischen Kommunität von Grandchamp aus der Schweiz vorbereitet. Sie hat ein Wort aus dem Johannesevangelium zugrundgelegt: „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen.“ (vgl. Joh 15,1–17) Darin sieht die Gemeinschaft von Grandchamp den allen geltenden Ruf zu Gebet, Versöhnung und Einheit in der Kirche und der Menschheitsfamilie.

Auftrag zur Einheit

In dem Motto sieht die Gemeinschaft einen Zusammenhang von verschiedenen Perspektiven: das Leben im Einklang mit sich selbst, mit der Gemeinschaft, in die jede und jeder Einzelne gestellt ist, und mit Gott. Daher bedeute der Ausdruck „in Gottes Liebe zu bleiben“ vor allem, die Versöhnung mit sich selbst zu leben. Daraus könne eine innere Haltung entstehen, die an der Liebe festhält und so den Weg zum anderen und zu einer Gemeinschaft sucht. In den Vorbereitungsmaterialien heißt es dazu: „Durch das Bleiben in Christus wachsen so Früchte der Solidarität und des Zeugnisses. Spiritualität und Solidarität sind untrennbar miteinander verbunden. Wer in Christus bleibt, empfängt die Kraft und die Weisheit, ungerechte und unterdrückende Strukturen zu bekämpfen, einander als Brüder und Schwestern in der einen Menschheitsfamilie zu erkennen und eine neue Lebensweise zu schaffen, die von Respekt und Gemeinschaft mit der ganzen Schöpfung geprägt ist.“ So wollen die Texte zur Gebetswoche für die Einheit der Christen an den Einklang mit sich selbst, mit Gott und den Nächsten sowie den bleibenden Auftrag zur Einheit erinnern.

Für die Feier der Gebetswoche können alle Materialien sowie weitere Informationen auf der Website www.gebetswoche.de heruntergeladen werden.

Marc Witzenbacher

 

Fensterbild mit Jesus und Nikodemus, "Zu uns komme dein Reich"»Zu uns komme dein Reich«,
Vaterunser-Zyklus in St. Johannes der Täufer,
Johannesberg/Unterfranken · Foto: JBUphus


Sonntag des Wortes Gottes

Im Jahr 2019 hat Papst Franziskus mit dem Motu Proprio „Aperuit illis“ den 3. Sonntag im Jahreskreis zum „Sonntag des Wortes Gottes“ bestimmt. Dieser Bibelsonntag soll nach dem Willen des Papstes der Feier, dem Nachdenken und der Verbreitung des Wortes Gottes gewidmet sein. Franziskus benannte in dem Schreiben die Einrichtung des Sonntages als eine Antwort auf Anfragen zahlreicher Gläubiger, wie die Bibel besser verstanden werden könne und welche Rolle sie im Leben der Kirche und im Alltag des Einzelnen spielen solle.

Ökumenische Bedeutung

Die Feier des Sonntags des Wortes Gottes ist nach den Worten des Papstes zudem „von ökumenischer Bedeutung, denn die Heilige Schrift zeigt denen, die auf sie hören, den Weg, der beschritten werden muss, um zu einer authentischen und soliden Einheit zu gelangen.“ Daher soll der Sonntag in die Zeit gebettet sein, in der zum einen die Verbindung mit dem Judentum gestärkt („Tag des Judentums“, vor allem in Österreich und der Schweiz) und für die Einheit der Christen (weltweite Gebetswoche für die Einheit der Christen) gebetet wird.

Feierlich begehen

Papst Franziskus ruft dazu auf, diesen Sonntag möglichst feierlich zu begehen, zum Beispiel mit einer Inthronisation der Heiligen Schrift während der Eucharistiefeier. An diesem Sonntag könnten auch Beauftragungen für das Lektorat oder andere Dienste am Wort erteilt werden. Der dem Wort Gottes gewidmete Sonntag, so der Wunsch des Papstes, möge „im Volk Gottes die andächtige und beständige Vertrautheit mit der Heiligen Schrift wachsen lassen“, doch wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang vor allem eines: „Der der Bibel gewidmete Tag soll nicht ,einmal im Jahr‘, sondern einmal für das ganze Jahr stattfinden.“

Unterschiedliche Termine

Als im letzten Jahr erstmals der Sonntag gefeiert wurde, fielen der weltkirchliche Termin des 3. Sonntages im Jahreskreis und der in Deutschland schon traditionelle ökumenische Bibelsonntag (siehe auch www.bibelsonntag.de) am letzten Januar-Sonntag zufällig zusammen. 2021 ist dies nicht mehr der Fall. Damit nicht ausgerechnet der Bibelsonntag zum ökumenischen Stolperstein wird, hat daher die Deutsche Bischofskonferenz für ihren Bereich festgelegt, abweichend von der Weltkirche den Sonntag des Wortes Gottes in Deutschland am angestammten Termin des ökumenischen Bibelsonntags, dieses Jahr also am 31. Januar, zu feiern. In Österreich und der Schweiz wird der Sonntag am 3. Sonntag im Jahreskreis am 24. Januar begangen.

Marc Witzenbacher

 

 

Informationen

 

Titelseite Magnificat Januar 2021: Geburt Christi und Anbetung der Könige, Buchmalerei aus einer mittelalterlichen Handschrift
Geburt Christi und Anbetung der Weisen

Sogenanntes Kostbares Evangeliar des heiligen Bernward,
Hildesheim, um 1015,
Domschatz Hildesheim, Inventar-Nr. DS 18, fol. 18r,
© Bildarchiv Foto Marburg / Dom-Museum Hildesheim



aufschauen
aus dem Muster
des Alltags

aufbrechen
aus eingefahrenen
Wegen

anpeilen
das Ziel
ist ein Anfang

Heinz Detlef Stäps

 

Versöhnung und Aufbruch
Neues MAGNIFICAT-Jahrgangsthema

Groß sind die Herausforderungen unserer Zeit: die Corona-Pandemie hält den gesamten Globus in Atem, die Kirche wird von unterschiedlichen Formen von Missbrauch erschüttert. Über allem droht die Entwicklung des Klimas, die unser aller Lebensraum in nie gekanntem Ausmaß gefährdet.

Aufbrechen in etwas Neues: das tut not. In der Kirche gibt es trotz allem gute Ansätze, die zuversichtlich stimmen. Während der Kontaktbeschränkungen wegen Corona hat das persönliche Beten neuen Aufschwung erlebt. In den sozialen Netzwerken haben Menschen erprobt, wie Leben in der Spur Jesu im Ausnahmezustand geht: physisch Distanz zu halten und dennoch miteinander verbunden zu bleiben.

Unser neuer Jahrgang bewegt sich um die Themen Versöhnung und Aufbruch. In seinen 13 Ausgaben möchten wir aufzeigen, wo die christliche Grundbotschaft der Versöhnung im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben fruchtbare Impulse setzen kann. Wir beginnen dort, wo nach Klaus Hemmerle der Anfang von allem liegt:

„Gott fängt an, nicht wir.“ (GL 2,1)

Johannes Bernhard Uphus

 

Medienempfehlungen

 

Buchtitel Klaus W. Hälbig, Die Rückkehr des Bräutigams

Erneuerte Hoffnung: Impulse zum Kirchenjahr

In einer immer hoffnungsärmeren Zeit braucht es mehr Halt gebende Botschaften der christlichen Hoffnung. Davon ist Klaus W. Hälbig, bis 2016 Studienleiter des Referats „Religion und Öffentlichkeit“ an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, überzeugt. Sein Buch „Die Rückkehr des Bräutigams. Christi Wiederkunft zur Hochzeit als Vollendung der Welt“ spannt dabei den heilsgeschichtlichen Bogen und ordnet ihn den Festen des Kirchenjahres zu. Vom ersten Advent des Kommens Jesu Christi in diese Welt bis zum zweiten Advent, der Wiederkunft Christi und der Vollendung der Welt, entsteht so eine theologisch fundierte Geschichte der Hoffnung, die gerade in Krisenzeiten Halt und Orientierung geben kann.

Kein Paradies auf Erden

Gerade die Coronakrise und die sich darin auch offenbarende Hilflosigkeit der Wissenschaft in solchen Krisen mache offenbar, wie wesentlich der aus der Hoffnung genährte Glaube für den Alltag sein könne: „Als Auferstandener hat Christus den Sieg des Lebens über Sünde und Tod errungen“, schreibt Hälbig im Vorwort seines Buches. Die Gabe Jesu Christi ist der wahre Frieden, den kein Paradies auf Erden geben kann. So plädiert Hälbig, herkommend von den theologischen Grundlegungen der Feste des Kirchenjahres, in der Liturgie sowie im Alltag mehr den Blick auch auf die Vollendung des Erlösungsgeschehens zu lenken und von dort her die Feste und das persönliche Leben zu beleuchten. Hälbig sind dabei tiefgründige Beiträge zur Erschließung von Bibel und Kirchenjahr gelungen, die zahlreiche Verweise und überraschende Bezüge aufzeigen. Spannend sind insbesondere die vielfältigen Hinweise auf die Zahlensymbolik. So möchte Klaus W. Hälbig mit seinem Buch die christliche Hoffnung, die Eschatologie („Lehre von den letzten Dingen“), wiederbeleben und vergegenwärtigen.

Marc Witzenbacher

Klaus W. Hälbig, Die Rückkehr des Bräutigams. Christi Wiederkunft zur Hochzeit als Vollendung der Welt, eos Verlag, Sankt Ottilien 2020, ISBN 978-3-8306-8011-6, 39,95 € [D]; 41,10 € [A]

 

Buchtitel Amos Oz Jesus und Judas

Sieh ganz genau hin!
Amos Oz zu Jesus und Judas

„Die anderen Jungen spielten Basketball oder stellten den Mädchen nach. Ich war in beidem ein hoffnungsloser Fall – doch ich fand Trost bei Jesus.“ (15f) So berichtet es Amos Oz (1939–2018), israelischer Autor von Weltrang, von seiner Jugend in einem Kibbuz. Obwohl das Neue Testament bis heute in jüdischen Schulen vielfach tabu ist, habe er als Sechzehnjähriger die Evangelien gelesen und dabei den Juden Jesus lieben gelernt, seine Vision, seine Zärtlichkeit, seinen Humor. Sein Großonkel Joseph Klausner (1874–1958), ein Begründer des modernen Zionismus, habe ihn – hierin im Gegensatz zu den meisten Juden – folgendes gelehrt: „Wann immer du eine Kirche oder ein Kreuz siehst, sieh ganz genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer großen Lehrer“ (12). Jesus von Nazaret als Juden wahrzunehmen, dafür plädiert Oz in seinem Vortrag, den er Ende Mai 2017 in Berlin gehalten hat, mit Nachdruck, und er richtet sich damit nicht nur an Christen, sondern gerade auch an Jüdinnen und Juden. Was er freilich auch herausstellt: die unselige Rolle, die das Judasbild der Evangelien für das Judentum in den vergangenen 2000 Jahren gespielt hat. „Judas“ sei zum Synonym für „Verräter“ und dann nahtlos auf alle Juden übertragen worden, was ihnen in der christlich beherrschten Welt Verachtung und Verfolgung, ja fast die Vernichtung gebracht habe. Insbesondere Judas’ Schilderung in den Passionserzählungen sei dafür verantwortlich – eine für seine Begriffe „jämmerlich schlecht geschriebene Story à la Hollywood“ (21f), der er in seinem Roman Judas eine für ihn plausiblere Sicht entgegenzusetzen versucht habe. Amos Oz wagt einen sehr persönlichen Blick auf die beiden nur scheinbaren Gegenspieler im Neuen Testament; sein leidenschaftliches Plädoyer lädt auch Christinnen und Christen dazu ein, sich neu mit ihnen zu befassen. Abgerundet wird das Bändchen mit zentralen Stellen aus dem Neuen Testament sowie einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, der die Geschichte der Jesus-Rezeption im Judentum nachzeichnet und nachdrücklich dafür plädiert, ihn als bedeutenden jüdischen Lehrer wahrzunehmen.

Johannes Bernhard Uphus

Amos Oz, Jesus und Judas. Ein Zwischenruf. Ins Deutsche übersetzt von Susanne Naumann. Mit einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Patmos Verlag Ostfildern, 5. Auflage 2019, 96 S., ISBN 978-3-8436-1051-3, ca. 12 € [D], 12,40 € [A]

 


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