Aktuelles


Auf dieser Seite finden Sie neben aktuellen Terminen und Informationen auch Hinweise auf beachtenswerte Publikationen. Weitere Seiten mit Bezug zum laufenden Monat: der Inhalt der aktuellen Ausgabe und ein liturgischer Kalender für das deutsche Sprachgebiet mit einer ganzjährigen Namenstagsübersicht.
 

Gebetsanliegen des Papstes
 



Gebetsanliegen für April 2021

– Beten wir für jene, die im Einsatz für fundamentale Rechte in Diktaturen, autoritären Regimen und in Krisenzeiten sogar in Demokratien, ihr Leben riskieren.

Weitere Informationen zum monatlichen Gebetsanliegen sowie geistliche Kurzimpulse für jeden Tag finden Sie auf den Internetseiten des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.

Monatlich wird vom Vatikan ein zentrales Gebetsanliegen veröffentlicht, das der Heilige Vater allen Glaubenden ans Herz legt. Eine Möglichkeit, sich mit dem Papst im aktuellen Gebet zu verbinden, bietet ferner die Dokumentation von Audienzen und Angelusgebeten auf den Seiten der vatikanischen Informationsdienste – dort lässt sich nachverfolgen, in welchen aktuellen Anliegen Papst Franziskus gebetet hat.

 

Ökumenischer Fürbittkalender
 

Diese Woche beten wir für



In Gottes Händen
Glaubende weltweit beten füreinander

„Das Gebet ist das Herzstück der ökumenischen Bewegung“, heißt es auf den Internetseiten des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Ökumenischen Fürbittkalender. „Jesus hat darum gebetet, dass wir eins sein mögen, geeint in Gott im Geheimnis der Dreieinigkeit. Dies ist die Grundlage und das Ziel unseres Strebens nach Einheit.“

Weil der Anfang dieser Einheit im Gebet liegt, ja, weil das Gebet füreinander diese Einheit im Anfang schon ist, lädt der Ökumenische Fürbittkalender ein, im Jahreslauf aller Gegenden der Erde zu gedenken. Sich im Gebet mit Glaubenden in aller Welt zu verbinden, das heißt, einander Gottes Hand anzuvertrauen. Es heißt auch, Bewusstsein füreinander zu entwickeln. Sehen zu lernen, in welcher Lage sich andere Menschen befinden und was sie uns zu sagen und mitzugeben haben.

Wenn Sie im Fenster „Diese Woche beten wir für…“ auf die Ländernamen klicken (am besten mit Rechtsklick einen neuen Tab öffnen), werden Sie zur Webpräsenz des Weltkirchenrats – www.oikoumene.org – weitergeleitet. Auf der entsprechenden Seite finden Sie Anregungen für Ihr fürbittendes Gebet, die auf die betreffende Erdregion zugeschnitten sind.

Den Anregungen zugrunde liegt der ökumenische Fürbittkalender In Gottes Hand. Gemeinsam beten für die Welt. Gebete aus der weltweiten Ökumene / in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Aus dem Englischen übersetzt von Friederike Gralle, Frankfurt/Main: Lembeck, Paderborn: Bonifatius 2008.

 

Termine
 

Übersicht Morgen- und Abendgebet mit MAGNIFICAT

Morgen- und Abendlob mit MAGNIFICAT
Online-Workshop zum gemeinsamen Stundengebet

Sie möchten eine Gebetsgruppe gründen oder überlegen, mit Freunden oder Bekannten gemeinsam Stundengebet zu halten? Dann haben wir etwas für Sie:

  • Online-Workshop Wie fange ich an? Erste Schritte zum gemeinsamen Beten
  • Mit MAGNIFICAT-Chefredakteur Johannes Bernhard Uphus
    und Schriftleiter Friedrich Lurz
  • Am Donnerstag, dem 6. Mai 2021, um 18 Uhr

In der Corona-Pandemie sind reguläre Gemeindegottesdienste nur unter Auflagen und mit teils erheblichen Einschränkungen möglich. Der gelebte Glaube hat darum vielfach den Weg in die Hausgemeinschaft gefunden. Wie Sie mithilfe von MAGNIFICAT in Ihrer Familie, Ihrer Nachbarschaft oder Ihrem Freundeskreis gemeinsame Gebetszeiten gestalten können, darüber möchten wir mit Ihnen in Austausch kommen und Ihnen beratend zur Seite stehen.

Vor einiger Zeit haben wir eine Übersicht zum Stundengebet erstellt, die das Beten in Gemeinschaft unterstützen soll. Schon wenn die Hymnen und Psalmen abwechselnd gesprochen und die Lesungen vorgetragen werden, kann auch in Kleinstgruppen eine intensive Gebetsatmosphäre entstehen. Sie lässt sich z.B. durch das Singen von Liedern oder der Einladung zu freien (Für-)Bitten noch steigern.

Übrigens: Gebetsgruppen erhalten bei einer Mengenbestellung ab 5 MAGNIFICAT-Jahres-Abonnements und Lieferung an eine Adresse einen Vorzugspreis, den wir Ihnen auf Anfrage gern mitteilen.

Sie möchten an unserem Online-Workshop teilnehmen?

  • Dann melden Sie sich gleich per E-Mail an: service@magnificat.de – oder nutzen Sie unser Kontaktformular!
  • Laden Sie sich die Übersicht „Morgen- und Abendgebet mit MAGNIFICAT“ als pdf-Datei herunter, indem Sie auf nebenstehendes Foto klicken.
  • Oder bestellen Sie die Übersicht als A3-Druck, wenn Sie sich per E-Mail oder über das Kontaktformular anmelden.

 



3. Ökumenischer Kirchentag
digital und dezentral

Lange hatten die Verantwortlichen gehofft, der 3. Ökumenische Kirchentag könne Mitte Mai in Frankfurt mit einem ausgefeilten Schutzkonzept stattfinden. Ende 2020 wurde jedoch klar, dass man angesichts der noch immer andauernden Pandemie nicht auf Präsenzveranstaltungen würde setzen können.

Darum wird der Ökumenische Kirchentag diesmal digital und dezentral. Das bedeutet:

  • digitales Programm vom 13.–16. Mai, mit Gottesdiensten, Diskussionen und Kultur aus Frankfurt am Main
  • und die Einladung überall in Deutschland gemeinsam zu feiern.

Das digitale Programm wird sich besonders auf Samstag, den 15. Mai 2021, konzentrieren. Zehn Stunden zu zehn Schwerpunkten wird das ÖKT-Studio im Live-Stream von 9 Uhr bis 19 Uhr ausstrahlen. Dazu kommen vertiefende Veranstaltungen und ein digitaler Begegnungsort.

Menschen in Gemeinden, Vereinen und Verbänden sind eingeladen, den ÖKT bei sich im Ort mitzufeiern und Angebote zur ökumenischen Begegnung eigenständig zu planen. Ein besonderer Höhepunkt können dabei die ökumenisch sensibel vorbereiteten Gottesdienste "Kommt und seht" am Samstagabend sein.

Der ÖKT steht unter dem Leitwort schaut hin (Mk 6,38). Gerade in Krisenzeiten muss der Blick auf unsere gemeinsame christliche Verantwortung für unsere Welt und unser Zusammenleben geschärft werden. Der 3. ÖKT hat die einzigartige Chance, denen eine Plattform zu geben, die ernsthaft darum ringen, unsere demokratische Grundordnung, ein friedliches Miteinander und unsere ökologischen Lebensgrundlagen zu bewahren. Diese Chance wollen wir nutzen.

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website zum 3. Ökumenischen Kirchentag.

 

 

Informationen

 

Portrait Bischof Dr. Georg Bätzing

Ostergedanken von Bischof Dr. Georg Bätzing, Limburg

Skip Landau, Architekt in Israel, wird von einer inneren Stimme an Orte gerufen, wo wenig später ein Unglück geschieht. Seine Aufgabe: Menschen auf ihrem Weg in den Tod begleiten. Auf Katharina Hackers Romanfigur „Skip“ bezieht sich Bischof Bätzing aus Limburg in seiner Osterhomilie und stellt Skips Hadern mit dieser Aufgabe, die er sich nicht ausgesucht hat, seine Zweifel an der Auferstehung in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.

Ist es schlimm, an Ostern zu zweifeln? Müssen wir uns nicht vielmehr sicher sein? In unserer Ausgabe zur Heiligen Woche erfahren Sie, wie Bischof Bätzing darüber denkt.

 

Medienempfehlungen

 

Buchcover Und es wurde Morgen

Die Osterbotschaft in ihrer ganzen Kraft
Ein vertiefender Blick auf die Lesungen der Osternacht

Es sind nicht einfach nur große Bibeltexte, die in der Leseordnung der Osternacht zufällig zusammengestellt wären. Vielmehr bilden sie in dieser Gestalt ein großes Programm: Aus Sünde und Tod soll die Menschheit gerettet werden „durch Gott, der von Anfang an nur das eine will: die Freiheit und das Leben.“ (32) So schreibt der Osnabrücker Alttestamentler Georg Steins in einem Osterbuch, das es in sich hat. Ein Buch, das aufräumt mit verbreiteten Gewohnheiten und fragwürdigen Deutemustern, die sich in die komplexe und dramatische Feier der Osternacht und deren Wahrnehmung eingeschlichen haben. Ein Buch freilich auch, das unterschiedliche Wege aufzeigt, wie ein vertieftes Verständnis für die heilsgeschichtlich hoch relevanten einzelnen Lesungen und ihre kunstvolle Komposition gewonnen werden kann. Ob es um „Licht und Dunkel – biblische Symbole in der Osternacht“ (Egbert Ballhorn, 13–24) oder die „Frohbotschaft von Anfang an – die Schlüsselrolle der alttestamentlichen Lesungen“ geht (Georg Steins, 25–29), schon der hinführende Teil zeigt auf: „Jeder Text der Osternacht ist ein echter Ostertext … Es gibt nicht jenen einen ,Umschlagspunkt‘ in der heiligen Nacht, ab dem erst von der Auferstehung Christi gesprochen werden kann.“ (16) Von kaum zu unterschätzender Bedeutung: Das „Gedicht der vier Nächte“ (32–33 ausführlich zitiert), eine sehr alte jüdische Überlieferung, die die Pessachnacht des Exodus in Beziehung setzt zu anderen Nächten der Heilsgeschichte, von der Nacht über der Urflut über die Nacht auf dem Berg, als Abraham Isaak zu opfern bereit war, bis hin zur endzeitlichen Nacht, die allem Übel ein Ende bereiten und die gemeinsame Herrschaft des Mose und des Messias herbeiführen wird (Georg Steins, „Die vier heiligen Nächte des Gottesvolkes – der innere Zusammenhang der alttestamentlichen Lesungen“, 30–35). Diese Überlieferung hat offenbar die Verantwortlichen der Liturgiereform bei der Neuordnung der Osternachtfeier wesentlich inspiriert, sodass die Auswahl der Lesungen (nicht nur der alttestamentlichen!) erkennen lässt, wie sehr jüdische Pessach-Feier und christliches Osterfest miteinander verbunden sind. Im Kernteil ist jede Lesung in einer möglichst wörtlichen Studienübersetzung wiedergegeben und durch eine präzise Auslegung erschlossen. Abgerundet wird das Buch, eine vollständig überarbeitete und teils grundlegend veränderte Neuausgabe des 2010 erschienenen Titels „Licht – Wasser – Leben“, durch Beiträge namhafter Autoren, die Gestaltungsimpulse für die Osternacht geben, darunter Kurzeinführungen zu den einzelnen Teilen bzw. Lesungen, beispielhafte Predigten und Meditationen. Von besonderem Reiz: Georg Steins’ Anregung, die ursprüngliche Vigil wiederzuentdecken, wie sie in der Lichtfeier und den sieben alttestamentlichen Lesungen samt den zugehörigen Antwortpsalmen und Orationen noch heute greifbar ist, und sie mit dem Taufgedächtnis zu verbinden. Ostern lässt sich neu entdecken, dafür steht dieses Buch. Mehr noch: Mit einem feinfühligen Gespür für die vielfältigen Zusammenhänge, wie sie in diesem Buch einleuchtend dargestellt werden, lässt sich lernen, Ostern würdig und kraftvoll zu feiern.

Johannes Bernhard Uphus

Georg Steins, Egbert Ballhorn, Und es wurde Morgen. Die biblischen Lesungen der Osternacht, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2020, 176 S., ISBN 978-3-7917-3144-5, 16,95 € [D], 17,40 € [A]

 

Buchtitel Amos Oz Jesus und Judas

Sieh ganz genau hin!
Amos Oz zu Jesus und Judas

„Die anderen Jungen spielten Basketball oder stellten den Mädchen nach. Ich war in beidem ein hoffnungsloser Fall – doch ich fand Trost bei Jesus.“ (15f) So berichtet es Amos Oz (1939–2018), israelischer Autor von Weltrang, von seiner Jugend in einem Kibbuz. Obwohl das Neue Testament bis heute in jüdischen Schulen vielfach tabu ist, habe er als Sechzehnjähriger die Evangelien gelesen und dabei den Juden Jesus lieben gelernt, seine Vision, seine Zärtlichkeit, seinen Humor. Sein Großonkel Joseph Klausner (1874–1958), ein Begründer des modernen Zionismus, habe ihn – hierin im Gegensatz zu den meisten Juden – folgendes gelehrt: „Wann immer du eine Kirche oder ein Kreuz siehst, sieh ganz genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer großen Lehrer“ (12). Jesus von Nazaret als Juden wahrzunehmen, dafür plädiert Oz in seinem Vortrag, den er Ende Mai 2017 in Berlin gehalten hat, mit Nachdruck, und er richtet sich damit nicht nur an Christen, sondern gerade auch an Jüdinnen und Juden. Was er freilich auch herausstellt: die unselige Rolle, die das Judasbild der Evangelien für das Judentum in den vergangenen 2000 Jahren gespielt hat. „Judas“ sei zum Synonym für „Verräter“ und dann nahtlos auf alle Juden übertragen worden, was ihnen in der christlich beherrschten Welt Verachtung und Verfolgung, ja fast die Vernichtung gebracht habe. Insbesondere Judas’ Schilderung in den Passionserzählungen sei dafür verantwortlich – eine für seine Begriffe „jämmerlich schlecht geschriebene Story à la Hollywood“ (21f), der er in seinem Roman Judas eine für ihn plausiblere Sicht entgegenzusetzen versucht habe. Amos Oz wagt einen sehr persönlichen Blick auf die beiden nur scheinbaren Gegenspieler im Neuen Testament; sein leidenschaftliches Plädoyer lädt auch Christinnen und Christen dazu ein, sich neu mit ihnen zu befassen. Abgerundet wird das Bändchen mit zentralen Stellen aus dem Neuen Testament sowie einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam, der die Geschichte der Jesus-Rezeption im Judentum nachzeichnet und nachdrücklich dafür plädiert, ihn als bedeutenden jüdischen Lehrer wahrzunehmen.

Johannes Bernhard Uphus

Amos Oz, Jesus und Judas. Ein Zwischenruf. Ins Deutsche übersetzt von Susanne Naumann. Mit einem Nachwort von Rabbiner Walter Homolka, Patmos Verlag Ostfildern, 5. Auflage 2019, 96 S., ISBN 978-3-8436-1051-3, ca. 12 € [D], 12,40 € [A]

 

Zwei Liederbücher SichtWeisen versetzt übereinander

SichtWeisen: Kirchentags-Liederbuch lädt zum Mitfeiern ein

SichtWeisen heißt das Liederbuch für den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main. Gemeinsames Singen eröffnet neue Blickrichtungen – und Sichtweisen – und ist eine Basis der Ökumene. Das Liederbuch pflegt altes und neues Liedgut gleichermaßen und berücksichtigt, was für unsere Kirchen wichtig ist: Vielfalt und Offenheit. Ein Teil der im Buch enthaltenen Lieder ist neu in einer Ökumenischen Liederwerkstatt für den 3. Ökumenischen Kirchentag entstanden.

Besonderes Augenmerk wurde in der Erarbeitungsphase auf die Tagzeitengebete gerichtet, die sich in einem Textteil finden. Sie nehmen einerseits Bewährtes auf, wagen andererseits auch Neues. Sie eignen sich besonders, um dezentral kleine Gottesdienste zu feiern, sei es in der eigenen Gemeinde, sei es in einem Hauskreis.

Das Liederbuch SichtWeisen können Sie direkt im Shop des Ökumenischen Kirchentags bestellen, wenn Sie auf nebenstehendes Bild klicken. Für Gruppen und Gemeinden gibt es umfangreich gestaffelte Preise.

 

Titelseite Christlicher Schöpfungsglaube heute

Handeln für die Schöpfung

Die Notwendigkeit, auf die Schöpfung zu achten und sich für deren Bewahrung einzusetzen, hat nach den Erfahrungen der Coronakrise eine neue Dringlichkeit bekommen. Plötzlich scheinen Dinge möglich, die zuvor noch für unwahrscheinlich gehalten wurden: eine nachhaltigere Mobilität, ein bewusstes Einkaufsverhalten, der Verzicht auf nicht notwendige Fernreisen und vieles andere mehr. Manche Forderungen, die Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si’“ stellt, scheinen vor dem Hintergrund des Klimawandels und nun auch der Auswirkungen der Corona-Pandemie konkreter und umsetzbarer zu werden. Es ist möglich, sich einer „tötenden Wirtschaft“ und einer „Ausbeutung der Erde“ entgegenzustellen, wie es der Papst fordert.

Was bedeutet „Schöpfung“?

Aber was meint eigentlich die Rede von der „Schöpfung“? Wie können die biblischen Schöpfungserzählungen verstanden werden, die doch allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu widersprechen scheinen? Welche Impulse gibt der Schöpfungsglaube für ein christliches Leben heute? Der Aachener Pastoraltheologe Stefan Voges hat in dem Band „Christlicher Schöpfungsglaube heute. Spirituelle Oase oder vergessene Verantwortung?“ Beiträge von Autorinnen und Autoren versammelt, die sich mit dem biblischen Begriff der Schöpfung auseinandersetzen und Impulse für eine aktuelle Form von Schöpfungsspiritualität geben. Dabei werden auch die sozialethischen Überlegungen aus der Enzyklika von Papst Franziskus aufgegriffen.

Eine Aufgabe der Menschheit

Die Autorinnen und Autoren legen in dem in der Edition Weltkirche erschienenen Buch großen Wert auf die ökumenische Vielfalt der Schöpfungsspiritualität, besonders auf die verschiedenen weltkirchlichen Traditionen. Auch wenn das Buch noch vor dem Ausbruch der Pandemie abgeschlossen wurde, geben die Beiträge zahlreiche Anregungen, die man jetzt teilweise völlig anders lesen und einordnen kann. Papst Franziskus verwies darauf in seiner Botschaft zum letztjährigen Gebetstag für die Schöpfung am 1. September 2020: Die gegenwärtige Krise biete die Möglichkeit, neue Lebensweisen zu entwickeln. Schließlich hätten die vergangenen Monate gezeigt, wie sich die Erde erholen könne, wenn man sie zur Ruhe kommen lasse. Vieles wird nun greifbarer und dringlicher, als es vor der Coronakrise noch schien. Das macht auch das vorliegende Buch so interessant und konkret. Denn die Frage des Untertitels, ob der Schöpfungsglaube denn mehr zu einer spirituellen Oase denn zu einer vergessenen Verantwortung geworden ist, beantwortet sich nun fast von selbst. Papst Franziskus forderte dazu auf, dass die Menschheit auf die Stimme der Erde hören und an den „ihr eigentlich zukommenden Platz in der natürlichen Ordnung“ zurückzukehren müsse. Gottes ursprünglicher Plan sehe vor, dass alle Menschen die Schöpfung in „freudiger Gemeinschaft“ annehmen, nicht in ungeordnetem Wettstreit. Das vorliegende Buch kann dafür viele gute Impulse geben.

Marc Witzenbacher

Stefan Voges (Hg.), Christlicher Schöpfungsglaube heute. Spirituelle Oase oder vergessene Verantwortung? Matthias Grünewald Verlag, Ostfildern 2020, 192 S., ISBN 978-3-7867-3226-6, 32,00 € (D), 32,90 € (A).

 

Titelseite Christsein und die Corona-Krise

Christsein und Coronakrise

Als „Weckruf für Hoffnung und Solidarität“ bezeichnet Papst Franziskus in seinem Vorwort den Sammelband „Christsein und die Coronakrise. Das Leben bezeugen in einer sterblichen Welt“, den Walter Kardinal Kasper und der Vallendarer Theologieprofessor George Augustin gemeinsam herausgegeben haben. Namhafte Theologen machen sich darin Gedanken über die Folgen und Auswirkungen der Coronakrise auf den christlichen Glauben.

Botschaft von der Überwindung des Todes

Walter Kardinal Kasper, langjähriger Bischof von Rottenburg-Stuttgart und zuletzt Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, sieht die Aufgabe der Kirche und der Theologie nicht darin, Vorschläge für eine „Exit-Strategie und für die Bewältigung der ökonomischen, sozialen und politischen Herausforderungen“ zu machen. Aber sie hätten die Pflicht, eine Grundorientierung zu bieten. Diese sieht Kasper vor allem in der Osterbotschaft, der Botschaft von der Überwindung des Todes durch den auferstandenen Christus. In seiner Nachfolge müsse die Kirche sich in Barmherzigkeit der konkreten Not annehmen. Neben Kurt Kardinal Koch, dem Nachfolger Kaspers im Amt des Präsidenten, sowie dem Bochumer Neutestamentler Thomas Söding, Jan-Heiner Tück, Karl Wallner und anderen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Krise zu deuten versuchen, sieht der Prager Theologe Tomáš Halík die Pandemie als „ökumenische Erfahrung“, die insbesondere auf die Frage nach der gemeinsamen Eucharistie als „Brot der Pilger“ ein neues Licht werfe. Dass es keine eindeutige christliche Interpretation der Corona-Krise gibt, wird erneut in diesem Buch deutlich. Dass sie uns aber Impulse verleihen kann, die unseren Glauben auch weiterbringen, dafür geben die Autoren zahlreiche wesentliche Hinweise.

Marc Witzenbacher

Walter Kardinal Kasper/George Augustin (Hg.), Christsein und die Coronakrise. Das Leben bezeugen in einer sterblichen Welt, Matthias Grünewald Verlag, Ostfildern 2020, ISBN 978-3-7867-3244-0, 194 S., 18,00 € (D), 18,50 € (A)

 

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